Kobil Systems GmbH

1986: Gründung der Kobil Systems GmbH im Studentenwohnheim Worms-Herrnsheim durch Ismet Koyun

Seine erste unternehmerische Erfahrung hat Ismet Koyun mit 14 gemacht, als er in seiner türkischen Heimatstadt Petersilie an den Haustüren seiner Nachbarn verkaufte. Mit 18 zog Koyun allein nach Deutschland, um Informatik zu studieren. Seine Wahl war auf die Hochschule Worms gefallen, da Worms als eine von wenigen Städten Informatik als Studiengang anbot. Schon im Studium schraubte er aus importierten Bauteilen PCs zusammen. Wenig später gründete er in Worms die IT-Firma Kobil Systems. Der Name Kobil setzt sich aus den Anfangsbuchstaben des Gründernamens (Ko) und des Wortes bilgisayar (bil) zusammen (Türkisch für Computer). Ein Jobangebot der EDV-Legende Heinz Nixdorf hatte Koyun vorher dankend abgelehnt.

Bei Kobil wurden damals hochsichere PCs mit einer zusätzlichen Verschlüsselung der Festplatte gebaut. Als einer der Ersten erkannte Koyun das Thema Datensicherheit bei Internet-Transaktionen und hatte damit das richtige Gespür: 1995 gewann er einen Großauftrag der Deutschen Telekom zur bundesweiten Einführung von Chipkartenlesegeräten. 2001 lieferte Kobil das erste Klasse 3-Chipkarten Lesegerät, das vom Zentralen Kreditausschuss (ZKA) zugelassen war – ein wichtiger Schritt für die Verbreitung des Online-Bankings. Mittlerweile werden in Deutschland ca. 85 Prozent aller TAN Generatoren für das Online Banking von Kobil geliefert, in der Türkei ca. 80 Prozent. Der USB-Schlüssel „mIDentity“ wurde der Blockbuster für Kobil, selbst Bill Gates erwähnt das Produkt in einem Vortrag zur Datensicherheit im Internet.

2003 wurde durch den damaligen Ministerpräsidenten von Rheinland Pfalz Kurt Beck in Worms die neue Unternehmenszentrale eröffnet. 2005 zeichnete die IHK Rheinhessen Ismet Koyun als innovativen Unternehmer aus. 2009 erhielt Kobil die Auszeichnung „European Seal of Excellence“ des europäischen Multimedia Forums. Im gleichen Jahr kaufte Kobil die Firmen Flexsecure und Flexbond aus Darmstadt zu und erweiterte das Produktportfolio um eSecurity-Anwendungen auf der Basis von digitalen Signaturen.

Nach wie vor macht Kobil den größten Umsatzanteil mit verschiedensten Chipkarten-Lesern bzw. USB und/oder Bluetooth Token und One-Time Passwort (OTP) Generatoren. Jedoch nimmt der Umsatz aus den Software-Lösungen kontinuierlich zu, bei denen ein physisches Device entfällt und alle Funktionen von einer Mobilen App erfüllt werden. Immer mehr Menschen nutzen ihr Smartphone als Bankschalter und Reisebüro. Koyun investiert rund fünf Millionen Euro in eine sichere Smartphone-App: „Wir sind heute weltweit der einzige Hersteller, der für Smartphones die gleiche Sicherheit bietet wie bei einer festen Verbindung.“ Durch Implementierung des Konzepts der virtuellen Smartcard eröffnen sich völlig neue Geschäftsfelder.

Bei Kobil in Worms arbeitet fast jeder zweite der über 100 Mitarbeiter in der Entwicklung. Neben Bundesverwaltungen und Banken zählen das Zweite Deutsche Fernsehen und das Deutsche Gesundheitsnetz zu den Kunden. In fast 25 Ländern weltweit hat Kobil inzwischen Abnehmer, rund 60 Prozent des Umsatzes werden im Ausland erzielt.

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