Ditsch

wohl 1919: Wilhelm Ditsch beginnt mit dem Brezelbacken in Mainz

2012: Übernahme durch die Valora Gruppe

[Bild: Brezelbäckerei Ditsch GmbH]

Wilhelm Ditsch beginnt wohl 1919 mit dem Backen von Brezeln. Dem Erwerb einer Backstube ohne Verkaufsraum in Mainz (Taunusstraße 1) folgt 1935 eine erste amtliche Genehmigung zum Brezelbacken an zwei Sonntagen zur Belieferung von Volksfesten in Rüsselsheim und Bad Homburg. Schon der erste Bombenangriff auf Mainz im Zweiten Weltkrieg zerstört die Backstube in der Taunusstraße. Hoffnungsvoll zieht Wilhelm Ditsch in die Kapuzinerstraße 38. Während er und sein Sohn Heinz im Krieg sind, wird beim schwersten Bombenangriff auf Mainz auch die Backstube in der Kapuzinerstraße zerstört. Aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt, bauen Wilhelm und Heinz in Eigenarbeit die Backstube in der Kapuzinerstraße wieder auf.

1952 übergibt Wilhelm Ditsch die Bäckerei an seinen Sohn Heinz. Mit ihm kommen die ersten „Brezelmänner“, die aus Körben frische Brezeln in Mainzer Gaststätten und auf Volksfesten verkaufen. Das Familienunternehmen expandiert und spezialisiert sich auf Laugenbrezeln und Salzsticks als Dauergebäck in Zellophantüten, die in den 50er und 60er Jahren an die Gastronomie und auf Volksfesten verkauft werden. Der erste Brezelstand von Ditsch entsteht am Mainzer Hauptbahnhof im Jahr 1972.

[Bild: Brezelbäckerei Ditsch GmbH]

Peter Ditsch tritt 1975 als Mitarbeiter in den elterlichen Betrieb ein und übernimmt bald die Organisation des Verkaufs. Die ersten fahrbaren Brezelstände, die am Abend wieder abgeholt werden, gehen auf seine Initiative zurück. Auf einer Fachmesse sieht er einen sogenannten Netzbandofen. Das erste stationäre Brezelhäuschen wird damit ausgestattet. Peter Ditsch erinnert sich: „Die Kundenresonanz auf unsere frischen und warmen Brezel war so toll, dass wir als nächsten Schritt einen kleinen Kiosk mit Tiefkühltruhe und kleinem Brezelofen bauen ließen und ihn vor dem Eingang eines Warenhauses in Mainz aufstellten und die frischen Brezeln dort sehr erfolgreich verkauften. Bereits kurze Zeit später expandierten wir über die Stadtgrenze hinaus ins Rhein-Main-Gebiet mit unseren Brezelhäuschen.“

In den 1980er Jahren errichtet Ditsch im Gewerbegebiet von Mainz eine kleine Produktionshalle. Bereits 1991 erfolgte der nächste Umzug auf ein 10.000 qm Grundstück in Mainz-Hechtsheim. Heute wird dort noch ein Teil des Sortimentes produziert und die Hauptverwaltung befindet sich dort. 1999 wird die zweite Produktionsstätte in Oranienbaum bei Dessau (Sachsen-Anhalt) mit 7.700 qm Produktionsfläche eingeweiht.

Die Brezelbäckerei Ditsch wird im Jahr 2012 Teil der international tätigen Valora Gruppe aus der Schweiz mit Peter Ditsch als Ankeraktionär. Qualitätsanspruch und Innovationsfreude sind auch in den folgenden Jahren das Erfolgsrezept von Ditsch. Die Valora Gruppe kauft 2017 den in Cincinnati, Ohio, ansässigen Laugengebäck-Hersteller Pretzel Baron, heute Ditsch USA. Das Geschäft wird mit Tiefkühllager und der Linie 2 ausgebaut. Auch der Standort in Oranienbaum wird nach 20 Jahren umfangreich erweitert. Ditsch ist zum weltgrößten Hersteller von Laugengebäck herangewachsen.

Brezelbäckerei Ditsch GmbH, 30.07.2020