Unternehmensgeschichte von Gienanth

[Bild: Gienanth]

1735 wurde die Eisengießerei im pfälzischen Eisenberg durch Johann Jakob Gienanth gegründet. Im 19. Jahrhundert übernahm Ludwig Gienanth, Sohn von Jakob Gienanth, im Alter von 26 Jahren das Eisenhüttenwerk in Eisenberg. Der Hochofen wurde erneuert, der Groß- und Kleinhammer und die Wasserräder wurden modernisiert. Die Produktion des Hochofens konnte dadurch bis zum Jahre 1814 um 60 Prozent gesteigert werden. Die gute Entwicklung des Hüttenwerkes veranlasste ihn schon bald, Überlegungen zur Erweiterung der Produktionsmöglichkeiten anzustellen. Er kaufte umliegende Höfe und baute diese für seine Zwecke um. Somit verfügte das Eisenberger Hüttenwerk zu Beginn der bayerischen Zeit 1816 über drei Produktionsstandorte, den Hochofen und den Großhammer auf der „Schmelz“ in Eisenberg/Pfalz, den Kleinhammer in der Nächstmühle und den zweiten Großhammer auf dem Gelände des Kisselhofes bei Ramsen, der heute noch „Neuhammer“ heißt.

Ludwig von Gienanth galt als geradlinige und gerechte Persönlichkeit. Diese Lebenshaltung veranlasste ihn, auch für eine gute Unterbringung seiner Mitarbeiter und für die notwendigen sozialen Einrichtungen zu sorgen. In seinem Testament legte er schon 1813 für die Zeit nach seinem Tod die ärztliche und medizinische Betreuung seiner Arbeiter fest. Somit wurde 1857 in Eisenberg eine Betriebskrankenkasse mit Beitrag des Unternehmens und unter Einbehaltung von 1,5% des Lohnes gegründet. Ludwig von Gienanth leistete mit der Stiftung Pionierarbeit, denn erst 1883 wurde von Bismarck das Krankenversicherungsgesetz im Reichstag verabschiedet.

Nach dem Tod von Eugen von Gienanth 1882 übernahm seine Frau Elisabeth, Tochter von Friedrich Engelhorn (Gründer der BASF), das Eisenhüttenwerk in Eisenberg. Sie führte es mit Unterstützung eines Direktors mit Umsicht, Entscheidungsfreudigkeit und viel sozialem Verständnis für die Belegschaftsangehörigen. Elisabeth von Gienanth übergab 1911 das Eisenhüttenwerk schließlich an ihren ältesten Sohn Carl. Zehn Jahre später entschloss sich die Familie, die Firma in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung zu überführen. Seitdem firmierte sie als Gebrüder Gienanth-Eisenberg GmbH. Das Produktionsprogramm umfasste emaillierte Zimmeröfen und Sanitärguss, Handelsguss und Bauguss. In den 1920er Jahren stellte Gienanth den ersten Motor für die im naheliegenden Elsass ansässige Bugatti-Fahrzeugmanufaktur her. Über die Zeit des Nationalsozialismus ist nur wenig überliefert (siehe Bibliographie in der Seitenspalte).

[Bild: Gienanth]

Nach Kriegsende 1945 wurde das Unternehmen von der Besatzungsmacht unter Zwangsverwaltung gestellt und 1949 erfolgte die Rückgabe des Hüttenwerkes an die Eigentümer und Ulrich von Gienanth wurde Geschäftsführer. 1964 wurde die erste Serienproduktion im Maschinenformguss auf einer automatischen vertikalen Formanlage für die Automobilindustrie gestartet. Auch das Engagement in der Fertigung von großen Zylinderkurbelgehäusen wurde im Jahr 1996 entscheidend verstärkt: Durch eine massive Investition konnte Gienanth nun doppelt so viele Motorblöcke für große Diesel- und Gasmotoren im Gewichtsbereich bis mehrere Tonnen herstellen.

Heute ist das Unternehmen einer der führenden Lösungsanbieter im Bereich Eisenguss weltweit. Der traditionsreiche Name Gienanth steht seit über 250 Jahren für höchste Qualität, Liefertreue und Innovation.

Gienanth GmbH